Agiles Management – Trendthema, Dogma oder Wunderwaffe?

Häufig wurde ich im letzten Jahr von Kunden und Kooperationspartnern gefragt, welche agilen Managementmethoden und Erfahrungswerte mein Portfolio umfasst. Agiles Management: Trendthema, Dogma oder Wunderwaffe? Anbei ein paar Gedanken.

1. Was bedeutet agiles Management? 

  • Kreativität und Interaktion als Basis für Lösungen
  • Entscheidungen im Team treffen und auf der Ebene, auf der sie sinnvoll sind
  • Abbau von Hierarchien,
  • Offenheit für Ungeahntes zeigen,
  • Transparenz schaffen,
  • Dialog,
  • Mehr Vertrauen, weniger Kontrolle

2. Wieso überhaupt agiles Management? 

Immer mehr Informationen prasseln dank der verbesserten Technologien auf uns ein. Das Umfeld wird dynamischer und Organisationen vergrößern sich manchmal rasend schnell. So steigt die Anzahl der Interaktionen zwischen  Abteilungen und Teammitgliedern. Die Komplexität in der Zusammenarbeit steigt.  Zudem ist eine hohe Kundenorientierung und schnelles Handeln für den Erfolg von Organisationen  ein MUSS geworden.

Hierarchie vs. Dynamik

Als Personalerin erlebte ich in den letzten Jahren zunehmend das Verlangen von Mitarbeitern nach mehr Beteiligung und Eigenverantwortung. Allzu starre hierarchische und intransparente Führungs- und Organisationssysteme passen nicht mehr so recht in die heutige Zeit. Bei einer Führung über zu viele Hierarchien sinkt die Prozessgeschwindigkeit. Stützt sich die Führung  hauptsächlich auf Kontrolle und schenkt den Mitarbeitern wenig Vertrauen, kann keine Kreativität entstehen. Die notwendige Offenheit für agiles Handeln wird im Keim erstickt. Ein agiles Management fordert eine neue Denke in Sachen Hierarchie, Strukturen und  Stellenprofilen.

3. Auf dem Weg zur Agilität – Methode und Persönlichkeit

Organisationssysteme können aus meiner Erfahrung verbessert werden, indem an der Interaktion zwischen den einzelnen Beteiligten gearbeitet wird. 

Transparenz, Vertrauen, Dialog und Feedbackschleifen zeichnen agile Organisationskulturen aus. So können unplanbare Situationen gut gemanagt werden und Interaktionen zwischen Beteiligten verbessert werden.

Hierfür gibt es verschiedene Ansätze und Methoden.

Die BESTE Methode:

Welche Agilitäts-Methode ist nun die beste Wahl? Scrum, Design Thinking, World Cafe, Kanban – um auszugsweise nur ein paar Agilitäts-Methoden zu nennen – haben folgendes gemeinsam:

  • Ermöglichen offener Dialoge, 
  • einbinden verschiedener Personen und Abteilungen, 
  • fördern von kreativen Lösungsprozessen und die
  • Entwicklung von neuartigen Ideen. 

Je nach Aufgaben- und Zielstellung funktioniert dabei eine Methode besser als eine andere.

Die größte Chance:

Die größte Chance liegt hier – ganz im Sinne des agilen Managements – in der Offenheit bei der Wahl und der Ausgestaltung der agilen Methode! 

Methode vs. Persönlichkeit:

In jedem Falle wird eine Organisation nicht ausschließlich durch die Anwendung oder Einführung einer Methode agil.

Klarheit, Vertrauen in das eigene Wissen und Können, Intuition sowie eine offene und wertschätzende Haltung sind Eigenschaften und Werte, die agile Mitarbeiter und Führungskräfte auszeichnen und unterstützen bei/beim:

  • der Selbstorganisation
  • Treffen von Entscheidungen
  • der Verantwortungsübernahme
  • NEIN sagen.

Nicht das Ringen um die nächste Hierarchiestufe oder die Anzahl der zu führenden Mitarbeiter sollten im Fokus stehen. Zukunftssichernde Produktideen, Kundenanforderungen, eigenverantwortliche Teams sowie offene Dialoge sollten Priorität genießen. Dafür braucht es entsprechende Persönlichkeiten in den Führungspositionen und bei den Teammitgliedern, um genau diese Elemente zu leben.

Agiles Management kann in der Praxis auch den Wechsel zwischen verschiedenen Rollen bedeuten:

    • Heute eine Führungsrolle im Projektteam übernehmen, 
    • morgen eine beratende Aufgabe innehaben 
    • und übermorgen wieder als Projektteammitglied vorhandenes Fachwissen einbringen. 

Sicherlich sind für ein solches Szenario im Vorfeld einige Themen wie Vergütungsbestandteile, Verantwortlichkeiten und Ablauf bei Rollenwechsel zu klären. Es gibt mittlerweile am Markt einige erprobte Konzepte und Ideen, die gute Impulse dafür geben können.

4. Fazit: 

Die Ära des agilen Managements trägt in  Organisationen dazu bei, bisherige Vorgehensweisen und Strukturen zu überdenken. Die Geschwindigkeit erhöhen, eine Verbesserung in der Zusammenarbeit, Kundenorientierung und Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit können das Ergebnis sein. 

Methode und Persönlichkeitsentwicklung sind für das agile Management aus meiner Erfahrung gleich wichtig. Stehen beide gleichermaßen im Fokus, gelingen Verbesserungen der Arbeitsergebnisse innerhalb kürzester Zeit.

Gezielte Coaching- und Trainingsmaßnahmen zur Persönlichkeitsentwicklung können auch Ihre Organisation beim agilen Management unterstützen.

Sie denken bereits an ein bestimmtes Thema? Melden Sie sich gerne für einen ersten Gedankenaustausch.

Anja Kraus

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