Kreativität ist Intelligenz, die Spaß macht

Albert Einstein

von  Anja Kraus denk NEU. Würzburg, inspiriert durch das #AmenAlterGewinnspiel zur TV-Serie Sankt Maik

In der vergangenen Woche widmete ich mich einem kleinen Freizeitprojekt, das mich durch unterschiedliche Phasen eines Kreativitätsprozesses führte. Die Erlebnisse und Ergebnisse sind das Thema des heutigen Blog-Artikels.

Mein Kreativitätsprozess

Die Produktionsfirma UFA Fiction rief zu einem Gewinnspiel für die zweite Staffel der RTL-Serie „Sankt Maik“ auf. Nachdem diese Serie und die Schauspieler es schafften, dass ich zumindest einmal wöchentlich vor dem TV saß, hatte ich eine gewisse Offenheit für diese Aktion. Gefordert war die Erstellung einer Fanart zur Serie, mit der Bitte diese auf Instagram oder Facebook zu posten. Der Gewinn einer Komparsenrolle in der Staffel II und damit verbunden, das Erlebnis hinter die Kulissen einer Serie zu schauen und die Menschen hinter den TV-Rollen einmal live zu erleben, motivierten mich. Und so stand ich schon fast mittendrin im Kreativitätsprozess:

1. Zulassen – Ahnungen vs. Konkretisierung

Ein paar Rahmenbedingungen waren für mich sofort klar:

  • das ganze Sankt Maik Team sollte mit einbezogen werden
  • bisherige Gegebenheiten, wie z.B. Drehorte stellen die Basis dar
  • ein Blick in die Zukunft bzgl. künftiger Erlebnisse sind ein MUSS

Sofort kamen mir diverse Drehbuchideen in den Sinn, die ich vielleicht in eine Tuschezeichnung, oder in Form eines Comics packen könnte. Die Idee mit den Zeichnungen war mir jedoch irgendwie noch zu statisch.

Während ich beim Einkaufen von Nervennahrung durch die Regalreihen des Supermarktes lief, reiften die ersten Ideen weiter. Später am Abend zeichnete ich ein paar Comics und Orte auf, um die Kreativität weiter anzukurbeln. Meine Erfahrung ist, dass ich meine Gedanken visualisieren muss, um dadurch neue Gedanken zu generieren. Durch die Visualisierung in Bildform gelangten die Gedanken ans Tageslicht und die Szenen für die Fanart entwickelten sich tatsächlich weiter.

2. Einlassen – Erste Ziele und Flexibilität

Als ich mit etwas Abstand auf die Skizzen blickte, dachte ich mir: „Sieht ja fast so aus, wie ein Spielfeld“. Die Spielephase von diversen Brettspielen habe ich nun schon seit einigen Jahren hinter mir und selbst im jugendlichen Alter war ich kein großer Spielefan von Gesellschaftsspielen. Dennoch kam mir relativ schnell das bekannte Spiel Monopoly in den Sinn, da dies geeignet sein könnte, die verschiedenen Drehorte und Ideen für Sankt Maik abzubilden. Zudem könnte ein Spiel ja die Fangemeinde von Sankt Maik während der Drehpause etwas beschäftigen :-)?!

Gute Idee! So checkte ich noch ein paar andere Spiele, bevor ich mich wieder der Ursprungsidee Monopoly zuwandte. Einmal mehr zeigte sich: Der erste Impuls ist doch häufig der Beste! Ich konkretisierte die Monopoly-Variante und verpackte die Drehbuchideen in die Spielelemente. Die im Comicstil erstellten Spielfelder füllte ich in liebevoller Kleinarbeit mit Aquarell-, und Acrylfarbe. Zur Erstellung der Ereignis- und Teamkarten, sowie der Spielgeldscheine nutzte ich das Grafikprogramm.

Nach meiner Systemischen Coach Ausbildung hatte ich vor einigen Jahren Holzfiguren geschenkt bekommen, die u.a. zur Aufstellungsarbeit genutzt werden können. Jetzt war mir auch endlich ein Zweck für diese aktuell noch sehr unscheinbaren und bislang unbenutzten Holzkegelchen klar. Diese fanden nun ihre Bestimmung als Hauptakteure meines „Sankt Maikonopoly-Spiels“.

3. Weglassen – Reduktion aufs Wesentliche

In drei Abenden entstand so eine Basis für ein Monopoly-Spiel, dass durchaus schon spielbar war. Nun ging es noch um die Produktpräsentation bei Instagram. Da ich ein Spiel als Darstellungsform gewählt hatte, wollte ich in jedem Fall ein Video für die Fangemeinde drehen. Da hier jedoch lediglich eine Minute Filmzeit möglich ist, musste ich meine Gedanken und Ideen komprimieren auf genau diese eine Minute Film- und Sprechzeit. Und das bedeutete ganz klar: Reduktion aufs Wesentliche. Alles, was mir persönlich wichtig war, oder vielleicht viel Zeit in der Erstellung bedeutete, musste weichen. Ich bezeichnete dies als: „Ego-Themen eliminieren“.  Denn: es ging ja nicht um meine Sicht, sondern um die Information, was hinter „Sankt Maikonopoly“ steckt. Jeder, der schon einmal eine Projekt- oder Abschlussarbeit geschrieben hat, oder ein handwerkliches Erzeugnis verschlanken musste, weiß, wie schwer es fallen kann, sich von eigens kreierten Texten oder Elementen trennen zu müssen…

Die Reduktion aufs Wesentliche, Gestaltung des Sprechtextes, Sprach- und Filmaufnahme, und die Synchronisation  von Film- und Tonspur bedeutete fast soviel Aufwand, wie die Erstellung des kompletten Spielplans im Vorfeld. Wahnsinn!

Es handelt sich somit um keine einfache Phase, wie vielleicht der Titel zunächst fälschlicherweise vermuten lässt. Jedoch um eine sehr wichtige Phase. Denn nur, wenn eine Recherche in der Breite und der Tiefe im Vorfeld gelaufen ist, die Ziele und Inhalte für das Projekt klar sind, kann die empfängerorientierte Reduktion aufs Wesentliche überhaupt erst erfolgen.

4. Loslassen – Beobachter werden

Endlich war es soweit: Eine Woche vor Ablauf des Gewinnspiels und fast pünktlich zur Sankt Maik Sendezeit am Dienstag Abend veröffentlichte ich den Beitrag auf Instagram.  Die Phase des Loslassens startete und ich nahm die Beobachterrolle ein. Die Wirkung des Gesamtbeitrages sorgte schnell für positive Resonanz bei Instagram und ist für interessierte Leser  hier unter denkneu auf Instagram zu finden. Aktuell übe ich mich weiterhin im Loslassen, so dass das Gesamtbild des Gewinnspiels und die Weiterentwicklung von Sankt Maikonopoly sich weiter konkretisieren kann.

Doch unabhängig vom Ausgang des Gewinnspiels, habe ich bereits folgende Erkenntnis gewonnen:

Dieses Kreativprojekt war für mich eine perfekte Regeneration vom Arbeitsalltag und ich vergaß an den Abenden während ich bastelte und malte regelrecht die Zeit. Einmal schaute ich auf die Uhr, die doch tatsächlich 01:00 Uhr Nachts anzeigte. Um 05:00 Uhr musste ich wieder in meinen Arbeitsalltag starten. Doch: übermüdet war ich keineswegs. Bei dieser Tätigkeit und in diesem Ideenentstehungsprozess war ich absolut bei mir und im Flow. Davon will ich definitiv wieder mehr in meinem Leben.

Für kommende Projekte und Coachings, behalte ich die obigen beschriebenen und erlebten Phasen  im Blick. Dieses Prozesse gelten aus meiner Sicht für berufliche und private Projekte und werden dort immer wieder von uns durchlaufen. Dabei ist es unabhängig, ob es sich um ein neues Produkt, eine Entscheidung oder eine Weiterentwicklung von einer Situation oder Sache handelt. Gerät der Prozess  währenddessen einmal ins Stocken, können obige aufgeführte Phasen helfen, gezielt Dinge anzustossen und den Prozess wieder in den Fluss zu bringen.

In diesem Sinne wünsche ich meinen Lesern viele Flow-Erlebnisse und Kreativität für anstehende Themen!

Viele Grüße

Anja Kraus

 

Buchempfehlung:

Interessanterweise erhielt ich über die Plattform getabstract fast parallel zu meiner Bastelaktion die Zusammenfassung für ein Buch, dass sich mit dem Thema Kreativität befasst und diese Thematik ebenfalls aufgreift. Dies könnte eine Vertiefung sein, wenn Du Dich gerade mit solchen Themen befasst:

Kreativität gibt es nicht – Wie Sie geniale Ideen erarbeiten“ von Wolfgang A. Erhalter

Viel Spaß beim Lesen!

 

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